It’s not a bug – It’s a feature

Nalani Buob ist mit Spina Bifida, einem offenen Rücken, zur Welt gekommen. Auf eigenen Beinen die Welt zu erkunden wird für sie daher nie möglich sein. Mit Gehhilfen kämpfte sie gegen diese Tatsache an, doch merkte schnell, dass das nicht das Richtige für die Zukunft sein wird. Seitdem ist der Rollstuhl ihr täglicher Begleiter.

Für Nalani ist das jedoch kein Handicap, denn sie hat sich zu einer Top-Athletin entwickelt. Nalani Buob ist 18 Jahre alt, spielt Rollstuhltennis und will an den Paralympischen Spielen 2020 in Tokio teilnehmen. 

“Welches Schicksal?”

Wenn man sie fragt, ob sie etwas über ihr Schicksal erzählen kann, gibt die 18-Jährige selbstbewusst zur Antwort: “Welches Schicksal? Ich sehe es nicht als Schickal an, dass ich im Rollstuhl sitze, sondern sehe es positiv. Wäre dem nicht so, wäre ich schließlich nie aufs Rollstuhltennis gestossen.”

Aufs Rollstuhltennis ist Nalani dank ihrem Lehrer in der Primarschule gekommen. Er hatte bemerkt, dass sich Nalani immer mehr von den anderen Mitschülern distanziert hat. Deshalb wollte er ihr etwas zeigen, um ihre Lebensfreude zurück zu gewinnen.  Gleichzeitig wollte er aber auch ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit fördern. Sie war anfangs jedoch alles andere als begeistert von dieser Idee. Als sie dann trotzdem einmal ins Training ging, liebte es Nalani direkt vom ersten Moment an und sie wusste, dass das genau ihr Sport ist.

Rollstuhltennis unterscheidet sich bezüglich den Regeln nicht vom gewöhnlichen Tennis, ausser dass der Ball zweimal den Boden berühren darf: Das erste Mal muss er im Feld, das zweite Mal kann er gegebenenfalls auch außerhalb landen. Die Vielseitigkeit ist das, was Nalani am Rollstuhltennis so gefällt, insbesondere die Koordination zwischen dem Führen vom Tennisschläger und dem gleichzeitigen Steuern des Rollstuhls.  

Der Sport hat mir persönlich sehr viel gebracht. Ich konnte mehr Selbstvertrauen gewinnen und bin nicht mehr so schüchtern wie früher. Tennis hat mir die Lebensfreude zurückgegeben, die ich vermisst habe.”

Seither konnte sie auch schon einige Erfolge feiern: Nalani hat zweimal die Juniorinnen-Weltmeisterschaft im Rollstuhltennis gewonnen und konnte in der Frauen-Nationalmannschaft beim World Team Cup mitmachen. Nun hat sie ein nächstes großes Ziel: Die Paralympics 2020 in Tokio.

Um dieses Ziel zu erreichen, nimmt Nalani nun ein Jahr lang an Qualifikationsspielen auf der ganzen Welt teil. Es steht alles unter dem Motto, möglichst viele Punkte zu sammeln, um mindestens den 22 Rang in der Weltrangliste zu belegen. Damit sie sich in dieser Vorbereitungsphase völlig auf den Sport konzentrieren kann, hat sich Nalani entschieden, eine Pause von ihrer Ausbildung zu nehmen. Damit all die Reisen gemeistert und die Turniere auf der ganzen Welt bestritten werden können, kostet das nebst Zeit und Belastbarkeit auch eine ganze Menge Geld. Darum hat Nalani ein I believe in you-Projekt gestartet, um Geld für ihr großes Ziel Tokio 2020 zu sammeln.

 

Nebst der Erfüllung ihres sportlichen Traums war es gleichzeitig auch ein soziales Projekt. Jeder sechste gespendete Franken floss in die Organisation “First Serve”. Mit “First Serve” will Nalani anderen Kindern im Rollstuhl in Indien ebenfalls das Tennis näher bringen. Dafür reist Nalani mehrmals pro Jahr in die Heimat ihrer Mutter und verbringt ein paar Tage mit den Kindern, gibt ihnen Tipps und Tennisunterricht.  

“It’s not a bug – it’s a feature!

Nur weil ihr im Rollstuhl sitzt, seid ihr deswegen nicht etwas Schlechteres. Ihr könnt genauso gut vieles erreichen in eurem Leben!”

Diese Botschaft möchte Nalani nicht nur in der Schweiz verbreiten, sondern bis nach Indien tragen – damit noch ganz viele andere Kinder vom Tennis an den Paralympischen Spielen träumen können! Wir wünschen Nalani alles Gute auf diesem Weg und genauso viel Ausdauer und Durchhaltewillen!    

 

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