Von 0 auf 100 in 4 Stunden

Alessia Wälchli ist die erste Frau, die die Schweiz in der Elite Kategorie an den Crossfit Games vertreten darf. Die fitteste Frau der Schweiz spricht nun über ihren Wechsel vom Taekwondo zum Crossfit, Motivationsproblemen und wie sie es geschafft hat, das wohl schnellste, erfolgreiche Projekt bei «I believe in you» zu realisieren! 

Crossfit prägt das Leben von Alessia – keine Frage. Jedoch noch nicht seit allzu langer Zeit! Alessia hat vierzehn Jahre lang Taekwondo ausgeübt und das auf schon fast halb-professioneller Ebene, bestritt nationale und sogar internationale Wettkämpfe. Eine Verletzung stoppte allerdings Training und Wettkämpfe abrupt – vielleicht für immer. Alessia will in ihrer Rehabilitationsphase jedoch nicht auf das Training verzichten und stößt dank ihrer beiden Geschwister, welche zu dieser Zeit auch beide leidenschaftlich Crossfit betreiben, zu einer neuen Sportart. Anfangs besucht Alessia das Crossfit-Training zweimal die Woche, bald aber wird daraus mehr. Sie hängt ihren Dobok (Kampfanzug) vorerst an den Nagel und widmet sich voll und ganz dem Crossfit. An ihrer neuen Sportart fasziniert sie vor allem die Vielfältigkeit. «Crossfit ist sehr abwechslungsreich und man kann viel neues lernen und sich in vielen Bereichen verbessern”», so die junge Athletin. 

«Durch den Kampfsport hatte ich einen Background, welcher mir vor allem anfangs sehr weitergeholfen hat.»

Von klein an, kennt Alessia nichts anderes, als immer weiterzumachen und nie in einem Training zu fehlen. «Ich bin ein fleißiger Mensch – nicht nur im Sport, sondern auch schon in der Schule. Ich habe immer so lange gearbeitet, bis ich das Ziel erreicht hatte!», bekräftigt Alessia.

Das Crossfit-Fieber hat Alessia definitiv fest im Griff. Sie steigert ihr Trainingspensum auf zwei Trainings pro Tag und das fünfmal die Woche. Eine Herkules-Aufgabe, welche mit einem 100% Arbeitspensum nicht zu stemmen wäre. Nun hat Alessia die Möglichkeit, ihrem Sport voll und ganz nachzugehen und trotzdem noch 50% zu arbeiten.

«Sobald es wieder läuft, weiss ich wieder, wieso ich das alles mache.»

Auch Alessia kämpft ab und zu mit dem Gedanken, einen Gang runterzuschalten, sich mehr auf den Beruf und den «normalen» Alltag zu konzentrieren. Diese Gedanken kommen meistens dann, wenn es sportlich nicht so läuft, wie gewünscht. «Sobald es aber wieder vorwärts geht, wird mir wieder bewusst, wieso ich das alles mache», bestätigt Alessia mit einem Lächeln. 

Ihr Rezept gegen Motivationsprobleme und Zweifel? «Einfach immer weitermachen, dranbleiben und konsequent weiter trainieren! In den Phasen, in denen man nicht mehr weiter weiß, ist ein motivierender Trainingspartner Gold wert!», sagt Alessia.

Was ihr auch immer wieder geholfen hat, aus dem Motivationsloch zu kommen, waren die Wettkämpfe. Denn genau dort wird einem das Ergebnis der harten Trainingsstunden wieder vor Augen geführt und man realisiert, dass die schwierigen Phasen nur ein kurzes Momentum sind und die positiven Erlebnisse definitiv überwiegen. 

«Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal erreichen kann!»

Alessia hat es geschafft! Sie ist die fitteste Frau der Schweiz und darf unser Land im August an den Crossfit Games vertreten – was gleichbedeutend mit der Teilnahme an einer Weltmeisterschaft ist. Alessia ist sehr stolz auf sich selber. Nachdem sie im letzten Jahr die Qualifikation als fünfte hauchdünn verpasst hatte, hat sie es dieses Jahr geschafft und freut sich nun auf dieses einzigartige Erlebnis: «Für mich waren die Games immer so weit weg – kaum greifbar. Ich schaute mir die anderen Frauen an und verfolgte die Games immer gespannt. Dass ich aber nun selbst an den Games teilnehmen kann, macht mich enorm stolz.»

«Ich gehöre noch zu den feineren Frauen im Crossfit!»

Natürlich wird Alessia immer wieder mit Sprüchen über Crossfit oder ihr Aussehen konfrontiert. Jedoch hält sie dann immer gleich fest, dass sie im Vergleich zu anderen Athletinnen, immer noch zu den feineren gehört. Mit einem Lachen gibt sie schließlich aber trotzdem zu, dass sie im Vergleich zum Rest der Schweizer Bevölkerung natürlich schon extrem «breit» sei. 

Ein Problem mit diesen Sprüchen hat Alessia aber nicht. «Ich weiss, dass ich einen breiteren Rücken habe, aber das kann ich gut wegstecken, da ich durchs Crossfit an Selbstvertrauen gewonnen habe. Ausserdem fühle ich mich sehr wohl in meinem Körper!», offenbart Alessia.

«Es war einfach nur krass!»

Noch nie konnte ein I believe in you – Projekt mit einem Betrag von CHF 6’000.- schneller erfolgreich realisiert werden, als das Projekt von Alessia. Innerhalb vier Stunden wurde die 100% Marke geknackt und sogar übertroffen. «Ich habe schon daran geglaubt, dass ich das Ziel in 50 Tagen knapp erreichen kann. Das es aber gleich so explodiert ist, hätte ich nie erwartet. Ich bin überwältigt!»
Durch die guten Resultate an den letzten Wettkämpfen wurde Alessia in der Crossfit Szene bekannt. Sie glaubt, dass die Crossfit-Community der Schweiz sicherlich das Projekt verfolgt hat, da diese in der Schweiz sehr familiär ist. Trotz allem hätte sie sich nie erträumen können, dass so viele den Schritt machen und sie tatsächlich unterstützen wollen und das dann auch durchgezogen haben. 

«Ich bin dankbar für alle kleinen Unterstützungen!»

Bei «I believe in you» geht es nicht nur um grosse Beträge. Ganz viele kleine Unterstützungen können genauso Großes bewirken! Alessia hatte keine Erwartungen an Personen aus ihrem Umfeld. Sie ist dankbar für alle kleinen Unterstützungen – auch die Kommunikation des Projektes über Social Media. «Das reicht mir schon! Auch der kleinste Betrag hilft mir weiter!», erwähnt Alessia.

Insgesamt hat sie nun über CHF 11’000.- gesammelt. Die angestrebten CHF 6’000.- decken die Kosten für die Reise, Unterkunft, Verpflegung und zusätzlicher Kosten der Games. Alles was darüber hinaus gesammelt wurde, wird Alessia in weitere Crossfit-Wettkämpfe investieren – die Crossfit Games sind definitiv nicht ihr letzter Wettkampf!

An die Crossfit Games in Madison, USA reist Alessia ohne irgendwelche Erwartungen. Es geht ihr vor allem darum, so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln. «Dabei sein und mein Bestes geben – das ist mein Ziel.», so Alessia.

«Es kommt, wie es kommen muss – und es kommt immer gut!»

Alessia verfolgt das Gedankengut, dass alles so kommt, wie es kommen muss, «Und es kommt immer gut!”» Das wichtigste sei es, im Training immer dran zu bleiben: «Wenn eine Durststrecke kommt, ist das absolut normal. Kein Mensch ist jeden Tag motiviert.», meint Alessia.

Für Alessia ist Crossfit ein fester Bestand im Alltag. Die Trainings gehören genauso zur Routine, wie morgens aufstehen oder zähneputzen. 

«Investiert viel Zeit in die Vorbereitung!»

Es gibt keine Zauberformel oder Geheimrezepte zur Realisierung des I believe in you – Projektes innerhalb kürzester Zeit. Jedoch hat Alessia einige Tipps und Tricks auf Lager: «Viel Zeit in die Vorbereitung investieren! Mir war es wichtig, dass der Text perfekt formuliert war und ich ein cooles Video hatte.»Wichtig sei auch, dass man in den ersten Tagen die engsten Freunde und die Familie einweiht und diese bittet, das Projekt zu teilen.

Auf «I believe in you» ist es nicht nur ein Nehmen, sondern auch ein Geben. «Ich finde das eine sehr coole Sache und würde es auf jeden Fall weiterempfehlen!» 

Anfangs August gilt es für Alessia ernst. Wir wünschen ihr an den Crossfit Games alles Gute und hoffen auf eine Erfolgsmeldung! Wir sind begeistert von deiner positiven Einstellung, deinem Willen und natürlich… deinem breiten Rücken 😉 

 

0 comments on “Von 0 auf 100 in 4 StundenAdd yours →

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.