Willkommen in der digitalen Welt!

Seit über einer Dekade sind Cédric Schlosser und sein Team intensiv in der eSports Welt unterwegs. Angefangen hat alles in einer Gamer-WG, 2016 gründeten sie dann die Agentur MYI Entertainment, welche sich auf verschiedenste Dienstleistungen innerhalb des Gaming-Sektors spezialisiert hat. Wir haben Cédric zum Interview getroffen und mit ihm über Faszinationen, Vorurteile und Entwicklungen des Schweizer eSports gesprochen.
Tauche ein in eine digitale Welt!

Team MYI mit Cédric Schlosser, 5. von Rechts (Bild: www.myientertainment.ch/about)

Die eSports-Landschaft in der Schweiz wirkt für Aussenstehende noch relativ unstrukturiert. Täuscht dieser Eindruck?

Es ist tatsächlich so, dass eSports in der Schweiz noch etwas kompliziert aufgestellt ist. Dies liegt vor allem daran, dass der ganze Markt im Moment völlig frei (ohne Restriktionen von verschiedenen Verbänden etc.) wachsen kann. eSports ist eine der einzigen Sportarten, die erst im 21. Jahrhundert so richtig aufgekommen ist. Gerade deshalb braucht es bestimmt auch noch ein bisschen Zeit, bis sich gewisse Strukturen bilden. Zudem werden unterschiedliche Spiele in verschiedenen Ligen gespielt. Diese auf einer Plattform zu vereinen dürfte relativ schwierig werden.

«eSports hat verschiedene Disziplinen, genau wie der herkömmliche Sport auch. Diese Disziplinen auf einer einheitlichen Plattform zu vereinen wird wohl eher schwierig… Man kann auch nicht einfach Tennis und Handball zusammenschliessen.»

– Cédric Schlosser, MYI

Um sich einen gewissen Überblick zu verschaffen, empfehle ich die Plattform e-sports.ch. Darauf sind alle wichtigen Informationen über die Schweizer Szene zu finden. Zudem ist Twitter das im eSports wohl wichtigste Netzwerk für den oft auch internationalen Informationsaustausch. Da findet man ebenfalls alles, was man wissen muss.

In der Schweizer Gesellschaft ist eSports (als Sportart) nach wie vor nicht komplett akzeptiert. Woran liegt das?

Aus meiner Sicht wissen viele Leute immer noch nicht genau, was eSports überhaupt ist. Dass es dabei neben Games wie FIFA, NHL und Co., welche den Sport an sich überhaupt nicht tangieren, auch andere Disziplinen gibt, ist den Menschen oft gar nicht bewusst. Auch hier bin ich mir sicher, dass in ein paar Jahren beinahe jeder Schweizer früher oder später mit eSports in Kontakt kommt.

Die Frage, ob es eine Sportart ist oder nicht, ist für uns eigentlich gar nicht so wichtig. Für mich ist jedoch klar, dass E-Sports alle Merkmale einer herkömmlichen Sportart beinhaltet. Ich sehe Spieler, die über mehrere Jahre gemeinsam mit ihren Teams an unterschiedlichen Wettkämpfen teilnehmen, was es für mich durchaus mit anderen Sportarten vergleichbar macht.

Meinung der Bevölkerung

Dass in der Schweizer Gesellschaft eine gespaltene Meinung zum Thema eSports vorhanden ist, hat auch unsere Strassenumfrage gezeigt:

Ist E-Sports für dich eine Sportart?

  • Auf jeden Fall - 3
  • Nein, man bewegt sich ja kaum - 10
  • Ist doch egal, Hauptsache es begeistert die Massen - 1
  • Interessiert mich eigentlich nicht wirklich - 4
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Der Aspekt der Gewalt ist ein weiterer Punkt, der häufig mit Videospielen in Verbindung gebracht wird. Was sagst du dazu?

Für mich ist es absolut klar, dass die Jugend geschützt werden muss. Die Branche hat darauf auch entsprechend reagiert und Spiele, welche gewalttätige Inhalte haben, mit 18+ gekennzeichnet, noch bevor dazu ein Gesetz verfasst wurde.

Allerdings ist für mich persönlich der Unterschied zwischen gewalttätigen Inhalten im Boxsport (z.B MMA) oder den eSports-Inhalten nicht klar ersichtlich. Auch in der Filmindustrie gibt es zahlreiche Inhalte, die aus meiner Sicht häufig ein extrem falsches und unrealistisches Bild von Gewalt vermitteln. Die Realität und der Lerneffekt für einen Umgang mit Gewalt ist da in einem Videospiel viel mehr vorhanden, da individuelle Fehler meist umgehend bestraft werden.

«Es ist nicht an der Gesellschaft, das Verhalten einzelner Erwachsener zu beurteilen.»

– Cédric Schlosser, MYI

Aus meiner Sicht ist es jedem erwachsenen Individuum selber überlassen, welche Inhalte er spielen, ausüben oder schauen will. Es ist nicht an der Gesellschaft, dieses Verhalten zu beurteilen.

Wie schätzt du den sozialen Aspekt von eSport ein?

Auch in diesem Bereich ist aus meiner Sicht ein sehr grosses Missverständnis vorhanden. Es ist für viele Leute schwer vorstellbar, dass der Kontakt via Computer oder Konsole ein realer Kontakt ist. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der soziale Aspekt des «Gamens» sogar enorm gross ist. Viele meiner besten Freunde habe ich durch den Gamesport kennengelernt und ich treffe mich auch regelmässig mit Spielern aus dem Ausland, die ich durch das Spielen kennengelernt habe. Der Kontakt, der während den zahlreichen Stunden vor dem Computer herrscht, ist also effektiv auch ein echter Kontakt, der Menschen verbindet.

Dazu kommt, dass man sich aktuell wieder häufiger trifft, um gemeinsam am selben Ort zu spielen. Dieses «Social Gaming» gab es schon vor langer Zeit, durch die kommerzielle Einführung des Internets hat diese Bewegung allerdings kurzfristig einen Einbruch erlebt. Es war nun für jeden Spieler möglich, ganz einfach und ohne grossen Aufwand von Zuhause aus zu spielen. Dass «gemeinsam spielen» trotzdem noch einmal viel mehr Spass macht wenn man sich effektiv trifft und am selben Ort ist, haben die letzten Entwicklungen deutlich aufgezeigt. Dieses Jahr werden wir mit der SwitzerLAN eine Gaming-Party veranstalten, die mit über 2’000 Teilnehmern die grösste LAN sein wird, die es in der Schweiz je gegeben hat. (mehr Infos über die SwitzerLAN https://www.switzerlan.ch/news/ und das HeroFest: https://herofest.ch/herofest.aspx)

Wie kann man in der Schweiz mit eSports Geld verdienen?

Mit eSports Geld zu verdienen ist in der Schweiz im Moment noch nicht ganz einfach. Es gibt einerseits die Organisatoren- und Management-Seite, in welcher ich mich mit MYI bewege. Auf der anderen Seite gibt es die Athleten. Die Schweizer Ligen sind im Moment noch nicht genügend professionalisiert, um effektiv davon leben zu können. Es wird wohl noch ein paar Jahre dauern, bis sich eine Profiliga in der Schweiz etablieren kann. Um als E-Sportler Karriere zu machen, gibt es eigentlich nur einen Weg:

Spielen, spielen, spielen – bis du ein internationales Niveau erreicht hast und andere Spieler oder Teams auf dich aufmerksam werden! Im eSports ist es nicht anders als im normalen Sport, um Karriere zu machen musst du hart arbeiten und dich stetig mit den besten messen.

– Cédric Schlosser, MYI

Zum Schluss, was ist für dich die Faszination am eSport?

Ich könnte damit auch Sport beschreiben, für mich sind es dieselben Dinge. Der Spass am Spiel steht für mich im Vordergrund. Ich spiele seit vielen Jahren ein Spiel namens «Dota 2» und ich bin immer noch begeistert von diesem Spiel. Auch wenn ich heute nicht mehr so oft spiele wie früher, will ich dennoch immer gewinnen. Dieser Ehrgeiz, die Emotionen und das Gefühl, gemeinsam mit deinen Freunden zu spielen und Spass zu haben, beschreiben diese Faszination aus meiner Sicht sehr gut.

Diese Faszination teilt Cédric mit mehreren Millionen weiteren aktiven Spielern. Die Zahl der Fans und TV-Zuschauer wird laut Newzoo (2018) bis 2021 auf über 600 Millionen ansteigen. Auch wenn der globale Hype schon einige Jahre andauert – spätestens jetzt ist eSport auch in der Schweiz definitiv angekommen!

I believe in you hat das Profiteam «PostFinance Helix» besucht und einen Blick hinter die Kulissen gewagt. Mehr dazu unter: https://www.instagram.com/tv/B4MYrW4l_ES/?utm_source=ig_web_copy_link

Mehr Infos über E-Sports: 🎮
MYI Entertainement: https://www.myientertainment.ch/ 🔗
E-Sports News Schweiz: https://www.esports.ch/ 🔗
E-Sports Ligen Schweiz: https://play.eslgaming.com/switzerland 🔗

JK – IBIY

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